MIDI-Blasinstrumenten-Controller sind so konzipiert, dass sie die große Bandbreite der vorhandenen Spieltechniken für Blasinstrumente nutzen und gleichzeitig das zusätzliche Potenzial der MIDI-Steuerung bieten. Obwohl MIDI-Blasinstrumenten-Controller wie akustische Instrumente aussehen und sich auch so verhalten, sind sie doch extrem vereinfachte Modelle echter Instrumente (nicht vibrierende Rohrblätter, diskrete [Ein/Aus]-Tasten usw.). Beispielsweise werden im WX7-Controller nur drei Arten von Gesten für Holzblasinstrumente erfasst: Atemdruck, Lippendruck und Fingersatzkonfiguration. Diese drei Eingabearten sind völlig unabhängig und senden drei diskrete 8--Bit-MIDI-Datenströme.
Akustische Instrumente sind im Vergleich dazu offensichtlich viel komplexer. Beispielsweise weisen die Rohrblätter echter Blasinstrumente komplexe Verhaltensweisen auf; viele Studien haben gezeigt, dass es bei der Klangerzeugung von Holzblasinstrumenten komplexe und subtile nichtlineare Beziehungen zwischen verschiedenen Instrumentenbewegungen gibt, die auf das Rohrblatt ausgeübt werden. Beispielsweise hängt bei einer bestimmten Ansatztechnik der Luftstrom durch das Rohrblatt eines Einfachrohrblattinstruments wie einer Klarinette oder eines Saxophons mit dem Druck auf das Rohrblatt zusammen (d. h. mit der Differenz zwischen dem Druck im Mund des Spielers und dem Druck im Mundstück).
Bei akustischen Instrumenten fungiert das Rohrblatt tatsächlich als druckgesteuertes Ventil, wobei erhöhter Atemdruck dazu neigt, das Ventil zu schließen. Daher ist der Schließpunkt eine Funktion der Ansatzform, da eine enge Ansatzform dazu führt, dass sich das Rohrblatt bei gleichem Druckunterschied früher schließt als eine lockere Ansatzform. Bei vorhandenen Steuerungssystemen, die Schnittstellen für akustische Instrumente simulieren (wie WX7 oder Akai EWI), wird diese Art der Kopplung nicht berücksichtigt, da diese Systeme keine vibrierenden Rohrblätter enthalten.
Da Windpfeifen-Controller außerdem als Controller in einem zweistufigen System fungieren, das traditionell Steuerung und Synthese trennt, simulieren Windpfeifen-Controller von Natur aus nicht die physikalischen Effekte, die Töne erzeugen (die auch sehr wichtige Rückmeldungen für den Spieler sind). Zu diesen Effekten gehören Rückmeldungen vom Luftdruck im Instrument, Resonanz usw. Obwohl es keine Möglichkeit gibt, diese physikalischen Rückkopplungseffekte in einem Controller zu simulieren, ohne Aktuatoren hinzuzufügen, können einige Verhaltensweisen akustischer Instrumente mithilfe spezieller Zuordnungen simuliert werden.


